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Guanacaste ist eine der sieben Provinzen Costa Ricas und hat eine Grösse von 10.000 m². Mit seinen rund 270.000 Einwohnern, die sich wiederum auf mehrere Kantone verteilen, hat Guanacaste viele Gesichter und vermittelt ein vollkommen anderes Lebensgefühl, das man als ¨Fremder¨ sicher nicht gleich verstehen oder nachvollziehen kann.

Die ersten Menschen, die Costa Rica vor einigen tausend Jahren v. Chr. besiedelten, strandeten auf der Nicoya – Halbinsel. Während der Kolonialzeiten war Guanacaste noch kein Teil von Costa Rica, sondern gehörte zu Nicaragua. Erst im 19. Jahrhundert entschieden sich die Einwohner von Nicoya, Santa Cruz, und Cañas in einer Volksbefragung dafür, lieber ein Teil von Costa Rica zu werden. Am 25. Juli 1824 verkündete Guanacaste seine Annexion und feiert diesen Tag bis heute als Unabhängigkeitstag.

Nicoya übrigens, wird von vielen Experten als die älteste Stadt des Landes angesehen und dient als Handels- und Einkaufszentrum der Küstenregionen von Guanacaste. Außerdem ist Nicoya eine der wichtigsten touristischen Zonen der Provinz.

Das Entdecken Costa Ricas

Im Jahre 1502, als Christopher Columbus in Costa Rica an Land ging, existierten insgesamt vier große Eingeborenenstämme: Die Caribs, die an der Ostküste lebten, die Borucas, die Chibchas, und die Diquis, die im Südwesten zu Hause waren. Die Ankunft der spanischen Eroberer an der Halbinsel Nicoya im sechzehnten Jahrhundert, hatte großen kulturellen Einfluss auf das ganze Land. Eine eigenständige costaricanische Kultur entwickelte sich erst spät in Costa Rica, das selbe gilt für die Provinz Guanacaste. Abgesehen von den bereist existierenden indianischen und afrikanischen Lebensformen, prägten nach und nach auch europäische Einwanderer und deren Sitten und Gebräuche die Provinz.

Obgleich über 3 Millionen Menschen spanischer Abstammung sind, kamen damals auch zahlreiche Familien aus verschiedenen Regionen Europas, Asien, Afrikas und Mittelamerikas ins Land. Ein Grossteil der farbigen Bevölkerung emigrierte aus Glaubensgründen, beziehungsweise als Resultat der christlichen Missionierung, nach Guanacaste. Die Kirche in Nicoya gilt als zweitältestes Gebäude in ganz Costa Rica. Eine andere Gruppe von Einwanderern, kam, glaubt man der Legende, ganz unfreiwillig nach Guanacaste. Der Volksmund sagt, dass eines Tages Piraten am Playa Coco anlegten um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Diese wurden, ob aus Versehen oder mutwillig ist nicht bekannt, von ihrer Crew dort zurückgelassen. Die ersten Farbigen kamen damals aus Jamaika und sind heute hauptsächlich an der Karibikküste Zuhause. Deren englische Namen führten einst noch zu viel Verwirrung. Die Chorotegas kamen ursprünglich aus Mexiko und sind heute die größte Volksgruppe. Die Menschen hier in Guanacaste gelten als einfach und ehrlich. ¨Pura vida¨, ist also nicht nur eine Floskel zur Begrüssung oder Verabschiedung, sondern entspricht auch dem hiesigen Lebensstil. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt übrigens bei 26,1 Einwohnern pro km².

Guanacaste

Guanacaste ist eines der vielen Gesichter Costa Ricas. Es ist ein sehr natürliches und ursprüngliches Gesicht. Das pure Leben bringt hauptsächlich die unberührte Natur zum Ausdruck: das Geschrei der Brüllaffen, umherschwirrende Kolibris, gefährliche Krokodile oder schreckhafte Leguane. Nicht zu vergessen die gepanzerten Meeresschildkröten, zahlreichen Schlangen und farbenfrohen Tukane und Papageien. Traumstrände wie der Playa Barrigona oder die Schönheit von zehn Nationalparks sind weitere gute Gründe für einen Urlaub in Costa Rica.

Heute

Mit seiner Hauptstadt Liberia, ist Guanacaste die nordwestlichste Provinz Costa Ricas. Sie grenzt im Westen an den Pazifischen Ozean, der eine Küstenlänge von etwa 1022 km aufweist und über mehr oder weniger stark entwickelte touristische Zonen verfügt. Hier kommt auch das andere Gesicht von Guanacaste zum Vorschein. Besucht man beispielsweise Tamarindo, von bösen Zungen ¨Tamagringo¨ getauft, erlebt man das klassische Modell von Tourismusentwicklung. Dieser Ort hat sich über die Jahre extrem verändert. Ein wahrer Bauboom führte dazu, dass der Immobilienmarkt beinahe explodiert ist. Viele ¨Condominios¨ beherrschen das Landschaftsbild, zudem kommen zahlreiche nordamerikanische Luxushotelanlagen. Im Jahr 2006 verzeichnete Guanacaste den größten Aufschwung im Bereich der Immobilieninvestitionen. Die Anzahl der Baugenehmigungen stieg um 133 % im Vergleich zum Jahr 2005. Erst Ende 2008 begann sich die Situation zu ändern. Aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise litt auch der costa-ricanische Immobilienmarkt. Dem zur Folge wurden viele Bauvorhaben abgebrochen.

Wer gerne ausgeht und das costaricanische Nachtleben kennen lernen will, ist mit Tamarindo allerdings gut beraten. Hier gibt es zahlreiche Diskotheken, Bars und Kneipen in denen die verschiedensten Partys stattfinden.

Der Flughafen von Liberia hat gerade ein neues Terminal bekommen. Weiter nördlich will eine Gruppe von Investoren $15 Millionen für den Aufbau eines Yachthafens, den Marinas Papagayo, löhnen. Geplanter Termin der Eröffnung ist Mitte 2012.

Auch Costa Rica bekommt die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren und hat teilweise mit extremen Wetterbedingungen zu tun.