Herz was? Herzwurm??

Herz was? Herzwurm? Wie kann das Herz von einem Wurm betroffen sein? Man sagt doch immer, das Herz als unser Energiezentrum ist unantastbar. Noch nicht einmal Krebs konnte soweit vordringen. Anders verhält es sich leider bei Hunden. Der Herzwurm hat da ein ganz hinterhältiges Vorgehen.

Dirofilaria immitis

Der Herzwurm ist ein Fadenwurm aus der Überfamilie der Filarien. Er ist der Erreger der Herzwurmerkrankung des Hundes. Der Wurm ist obligat zweiwirtig. Stechmücken übertragen die infektiösen Drittlarven. Daraus entwickeln sich im Herzen des Hundes die ca. 1 mm dicken und ca. 20–30 cm langen, erwachsenen Herzwürmer.

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Von Anka Friedrich Direcoes_anatomicas.svg: Rhcastilhos Mosquito gender en.svg: LadyofHats derivative work: Anka Friedrich – Eigenes Werk Diese Datei wurde von diesen Werken abgeleitet:  Dog tan.svgDirecoes anatomicas.svgMosquito female.svgMosquito gender en.svg: , CC BY-SA 3.0, Link

Verbreitung

Wo ist der Erreger aber vorzufinden? Vor allem in den Tropen, den Subtropen und den wärmeren Regionen der gemäßigten Zone ist er vorzufinden. In Europa sind die Inseln des Kanarischen Archipels, Südfrankreich, Spanien, sowie die italienische Poebene besonders stark betroffen. Erkrankungen im Mittelmeerraum sind seit 1885 dokumentiert. In Nordamerika sind insbesondere die Südstaaten entlang der Atlantik- und Golfküste der Vereinigten Staaten betroffen. Auch in Mittel-, Südamerika, im gesamten Süden Asiens, in Australien und in Afrika kommt der Parasit vor.

Zyklus

Stechmücken nehmen mit dem Blut befallener Tiere infektiöse Larven (Mikrofilarien) auf. In der Stechmücke entwickeln sie sich zu den Drittlarven, die beim Saugakt auf einen anderen Hund übertragen werden. In der Unterhaut des neuen Wirts häuten sie sich zu den Viertlarven,

Mosquito
Stechmücken tragen infizierte Larven mit

die in den Blutkreislauf einwandern und sich vor allem in der Lungenarterie ansiedeln. Bei starkem Befall können sie sich bis in die rechte Herzhälfte oder sogar bis in die Hohlvenen ausbreiten. Dort entwickeln sich die Larven zu erwachsenen Würmern (Makrofilarien). Diese produzieren wieder neue Larven (Mikrofilarien) die im Blutstrom schwimmen.

Makrofilarien sind zweigeschlechtlich, d. h. die weiblichen Parasiten gebären die Larven, die sich erst in der Stechmücke zu den für den Hund infektiösen Drittlarven entwickeln können. Demnach ist die Anzahl der Makrofilarien abhängig von der Anzahl der übertragenen Drittlarven beim Saugakt der Stechmücke.

Mögliche Vorkehrungen

Ein Befall  kann durch bestimmte Wurmmittel wirkungsvoll bekämpft werden. Die Behandlung müsste jedoch schon im Larvenstadium erfolgen. Dann kann er zumindest beim Dirofilaria vom Körper abgebaut werden. In der Lunge kann er nicht mehr so leicht abgebaut werden. Der Hund geht ein, wenn alles verstopft ist und dann hilft meist nur noch eine OP. Es sei daher wichtig, einen Stich der Mücke vorzubeugen. Präventionsmaßnahmen können mit Insektenschutzhalsbändern und Spot-ons getroffen werden. Auch Chemoprophylaxe können dem Tier gereicht werden. Eine Liste möglicher Medikamente liegt oft bei Tierarztpraxen auf.

Erderwärmung

Es gibt einigen betroffen Gebieten allerdings mittlerweile schon Probleme mit Resistenzen gegen Medikamente. Der Zyklus des Fadenwurms ist kompliziert. Die Larven brauchen Zeit, um sich in der Stechmücke zu entwickeln. Für diese Entwicklung benötigen sie wiederum Wärme. Je länger es warm ist, desto mehr Wurm- und Stechmückengenerationen sind möglich. Möglichen Auswirkungen der Erderwärmung.

Am Ende schließt sich also der Kreis wieder und wir stehen wieder an der ersten Stufe: Umweltschutz und Klimawandel geht uns eben doch alle gemeinsam etwas an. Dann dürften auch Erreger wie der des Herzwurmes überschaubar bleiben.

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